Über mich

Mein Verhältnis zur Sprache ist schon immer ein spezielles.

Ich bin in Wien geboren und mit zehn Jahren nach Deutschland gezogen. Und da der größte Unterschied zwischen den Österreichern und den Deutschen ja bekanntlich ihre gemeinsame Sprache ist, musste ich erstmal Deutsch lernen. Das tat ich so erfolgreich, dass sicher niemand mehr merkt, dass ich Wienerin bin, – auch nicht die Österreicher. Aber ich weiß Bescheid, in meinem geistigen Kämmerlein, was es so auf sich hat mit dem Wienerischen und der Grantigkeit und dem Humor.
Während meiner Schulzeit in Hessen verbrachte ich dann recht viel Zeit vor der Tür, weil mein Bedürfnis mir Ausdruck zu verleihen – wohl bemerkt auf Hochdeutsch – überdurchschnittlich hoch war. Das einzige, das ich gerne tat, bei dem man schweigen musste, war das Lesen. Also tat ich das – und verliebte mich in Literatur. In die Art, die einen durch ihre Eindringlichkeit wie ein Blitz durchfährt, wenn die Worte und das Beschriebene sich derart überschneiden, dass es eine physische und geistige Wirkung zugleich hat. Die Leidenschaft solche Texte zu entdecken und zu verstehen, wurde ich vorerst nicht mehr los. Ich studierte Deutsche Literaturwissenschaften und Philosophie in Marburg und Hamburg, liebte dieses Studium und hätte ewig so weiter studieren wollen, wenn man dabei nicht so schlecht verdiente. Außerdem hatten all diese Blitze, die mich durchzuckt hatten, sehr viel Leben in mir geweckt, das auch irgendwo gelebt werden musste. Im Elfenbeinturm ist es bekanntlich nicht so lebendig, deswegen machte ich vorerst meinen Magister, raffte mein Bündel Wissen und Können zusammen, zog aus in die Welt da draußen und landete beim Theater. Dem attestiert man im Gegenzug schließlich sehr viel Leben.
Zwei Spielzeiten war ich Tanz-Dramaturgin beim Stadttheater Freiburg. Sonst blieb ich jahrelang der freien Theaterszene treu, hauptsächlich in Hamburg. Ich erarbeitete gemeinsam mit anderen Konzepte, gewann Förderer und Bühnen und schrieb eigene Szenen und Texte. In dieser Zeit begann ich bereits als Lektorin zu arbeiten, um über die Runden zu kommen. Texte zu erfassen und mit Sprache umzugehen war, was ich liebte und konnte, das Handwerkszeug dazu hatte ich mir jahrelang in meinem Studium angeeignet und in mein Vorratsbündel gepackt. Schnell begriff ich, dass die Konzeption und Dramaturgie von Stücken und das Lektorat und die Konzeption von Büchern sehr viel miteinander zu tun haben – wer hätte das gedacht…

Heute arbeite ich hauptsächlich als Lektorin und mittlerweile auch als Autorin für Verlage. Die vermehrten Intensiv- und Begleitlektorate haben mir den Weg geebnet. Im performativen Bereich bin ich nur noch selten zugange. Dafür schreibe ich wieder mehr kreativ, arbeite zum Beispiel mit einer Freundin an einem Serien-Drehbuch und an einem geförderten eigenen Buchprojekt über Familie. Damit kenne ich mich recht gut aus. Ich habe zum einen eine ziemlich große österreichische im Rücken und zum anderen eine eigene kleine auf dem Schoß – der wird allerdings gar nicht mehr so oft gebraucht.

In aller Kürze…

meine Ausbildung
Magister Artium der Deutschen Sprache und Literatur und Philosophie

meine weitere Berufserfahrung
freischaffende Dramaturgin
für die Tanzkompanie physical virus collective des Stadttheaters Freiburg und für die Neue Oper Wien – zeitgenössisches Musiktheater

Dramaturgie und künstlerische Mitarbeit
bei eigenen Produktionen vorwiegend in Zusammenarbeit mit Michael E. Kleine, realisiert mit Förderungen der Kulturbehörde Hamburg, der hamburgischen kulturstiftung und der Rusch-Stiftung u.a. in der Opera Stabile der Staatsoper Hamburg, Sprechwerk Hamburg, Kampnagel Hamburg und Galerie Klosterfelde Hamburg / Berlin.

Dozentur für Dramaturgie und Theatertheorie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Künstler-Agentur Der Kulturlotse in Hamburg

Arbeiten als Lektorin und Autorin für…

Edel Books, HarperCollins, Aufbau, Fischer, Rowohlt, audible, ZS , Gräfe & Unzer, Blanvalet, Dachbuch Wien

Privat bin ich….

Hüterin einer Kleinfamilie, Besitzerin eines italienischen Windspiels (eines, das bellt und nicht klingelt), liebend gern in den Bergen und sowieso gern unterwegs, Tanzliebhaberin, wann immer es geht in guter Gesellschaft, sonst mit dem Rücken zu einer Bücherwand und der Nase in einem guten Text…

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Judith Schneiberg:
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